18.10.2016

Aufstiegsmöglichkeiten Ergotherapie

Ergotherapeutin Laura Verspohl im Interview über Ihre Erfahrungen mit dem Master-Studium "Management im Gesundheitswesen"


Laura Verspohl (Bachelor of Health Sciences, NL)

therapeutenonline (to): Frau Verspohl, was hat Sie bewogen, ein Masterstudium zu beginnen?

LV: Ich habe als stellvertretende Praxisleitung gearbeitet und ursprünglich den Plan irgendwann in den Bereich Lehre zu gehen. So habe ich also darüber nachgedacht, welcher Master Sinn machen würde.

Aufgrund meiner organisatorischen Stärken habe ich mich dann für den wirtschaftlichen Schwerpunkt entschieden: Management im Gesundheitswesen. Das ist ein Zweig der Wirtschaftswissenschaften.

Nach Abschluss des Masterstudiums hat man somit beste Voraussetzungen bei der Gründung einer eigenen Praxis oder kann seinen Schwerpunkt im Bereich der Lehre setzen.
Mit diesem Master wäre aber beispielsweise auch ein Quereinstieg ins Krankenhausmanagement möglich.

Der Master im Fachbereich Ergotherapie forciert ausschließlich den Bereich Forschung und Lehre.

 

to: Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen den Bereichen „Management im Gesundheitswesen“ und „Gesundheitsmanagement“?

LV: Diese beiden Begriffe werden fälschlicherweise häufig synonym verwendet.
Das Gesundheitsmanagement sorgt dafür, dass der Mensch gesund bleibt. Dazu gehören beispielsweise die Einrichtung eines ergonomischen Arbeitsplatzes oder Sportangebote.

Management im Gesundheitswesen hingegen beleuchtet die betriebswirtschaftliche Seite eines Unternehmens. Es geht um die Leitung und Führung eines Unternehmens und dessen Stand und Bestehen auf dem aktuellen Markt.

 

to: Warum haben Sie sich für ein „Teilzeit-Studium“ entschieden?

LV: Berufsbegleitendes Teilzeitstudium bedeutet, dass man es auch parallel zur Rolle des Arbeitnehmers bewältigen kann.
Entweder besucht man also am Wochenende die Hochschule oder auch hin und wieder an Terminen unter der Woche. Natürlich muss man sich darüber bewusst sein, dass die Wochenenden, auch ohne Veranstaltungen an der Hochschule, für das Lernen draufgehen.
Man schreibt bspw. Hausarbeiten, lernt, oder ähnliches. Am Ende steht dann natürlich auch die Masterarbeit, die Zeit beansprucht.

 

to: Wie viele Arbeitsstunden kann man also wöchentlich während des Studiums noch bewältigen?

LV: Als ich mit dem Master begonnen habe, konnte ich meine Stelle auf 32 Stunden pro Woche reduzieren. So hatte ich immer freitags frei und konnte diesen Tag im Sinne des Studiums nutzen. Das hat für mich gut funktioniert.

 

to: Aktuell schreiben Sie Ihre Masterarbeit. Wie lautet Ihr Thema?

LV: Mein Thema wird strategisches Management sein. Vermutlich mit einem Hauptbezug zu therapeutischen Einrichtungen.

 

to: Können Sie für einen Laien kurz erklären, was strategisches Management bedeutet?

LV: Es geht beim strategischen Management darum, dass alle Eckpunkte des Unternehmens analysiert werden und überprüft wird, was sie für die Zukunft bedeuten.

Es stellt sich also die Frage, ob das Unternehmen in seiner Struktur und Organisation bereits gut oder ob es verbesserungswürdig ist.

Qualitätsmanagement kann dabei ein Teil des strategischen Managements sein. Zusätzlich werden beispielsweise die Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit beleuchtet, sowie die Marketingstrategien. Ziel ist es, dem Unternehmen zu einer guten Position auf dem Markt zu verhelfen.

 

to: Profitieren würden von Ihrer Tätigkeit folglich Praxen in ihrem Standing und ihrer ständigen Weiterentwicklung.

LV: Genau.

 

to: Inwiefern ändern sich die Verdienstmöglichkeiten, wenn man nicht nur rein therapeutisch, sondern auch im Bereich Management im Gesundheitswesen und auf Leitungsebene tätig ist?

LV: Das kommt ganz auf das Unternehmen an, in dem man tätig ist. Aber in den meisten Unternehmen bekommt man in solch einer Position durchaus mehr Gehalt – besonders in einer leitenden Position.

In einer privaten Einrichtung ist es dann eher Verhandlungssache, während der öffentliche Dienst spezielle Eingruppierungen vorsieht.

 

to: Abschließend möchten wir gerne noch wissen, welche Visionen Sie für sich selbst und Ihren beruflichen Werdegang haben.

LV: Ich würde gerne weiterhin eine Leitungsposition bekleiden und als Dozentin arbeiten - vielleicht auch an einer Hochschule. Mal sehen, was die Zukunft bringt.

to: Danke, dass Sie sich Zeit genommen haben und so offen mit uns gesprochen haben.


Laura Verspohl ist Ergotherapeutin (Bachelor of Health Sciences, NL) und arbeitet als fachliche Leitung in der „Fachpraxis für Logopädie und Ergotherapie der Düsseldorfer Akademie“. Nach ihrem Studium der Ergotherapie in Heerlen/NL war ihr Wissenshunger noch so groß, dass sie sich entschied, berufsbegleitend ein Masterstudium „Management im Gesundheitswesen“ an der Hochschule Magdeburg-Stendal zu beginnen.


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