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23.04.2015

Mindestens 10-20% aller Therapeuten und Pflegekräfte sollen an der Hochschule ausgebildet werden

NRW- Gesundheitsministerin fordert mehr Akademiker in Gesundheitsfachberufen


Ministerin Barbara Steffens © MGEPA NRW / Foto: Franklin Berger

Am 13.April 2015 wurden in Düsseldorf die ersten Evaluationsergebnisse zu den Modellstudiengängen in den Pflege und Gesundheitsberufen in NRW von den sieben beteiligten Hochschulen vorgestellt.
In diesem Zusammenhang bekräftigte Barbara Steffens  (Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein) die Forderung, dass zukünftig 10-20 % der therapeutischen und pflegerischen Berufsgruppen akademisch ausgebildet werden.

„Der Bund muss endlich die Akademisierung gemeinsam mit der Reform der Pflegeausbildungen neu regeln“

betonte die Grünen-Politikerin in Düsseldorf.

Nordrhein-Westfalen hat im Jahr 2010 begonnen, Modellstudiengänge zur Erprobung der Akademisierung der Pflege und Gesundheitsberufe durchzuführen. Seitdem werden 11 Modellstudiengänge an sieben Modellhochschulen in NRW angeboten.

Fortführung der Studiengänge zunächst bis 2017

Die Modellstudiengänge werden zunächst bis 2017 fortgesetzt und dabei wissenschaftlich begleitet. Vom Erfolg der Studiengänge ist abhängig, inwieweit sie als grundständige Studiengänge an den Hochschulen über diesen Zeitraum hinaus implementiert werden.

Angesichts von Investitionskosten von ca. 220 Millionen Euro, die das Land Nordrhein-Westfalen allein für die Hochschule für Gesundheit in Bochum bei der Gründung bis zum Jahr 2020 eingeplant (und ja auch schon zum Teil ausgegeben) hat, erscheint es uns als sehr wahrscheinlich, dass die Studiengänge - zumindest in Bochum - weiter geführt werden.

Hochschulische Erstausbildung und Kooperation mit Berufsfachschulen ermöglichen

Das mit der wissenschaftlichen Evaluation beauftragte Institut hat als Ergebnis im Rahmen der Präsentation in Düsseldorf auch empfohlen, dass eine Kooperation zwischen Hochschule und Fachschule möglich sein soll.

Die Option, die Ausbildung an einer Fachschule zu absolvieren und zusätzlich ein Studium zu beginnen, wird bereits jetzt von vielen Einrichtungen in NRW und Deutschland angeboten.

Etwas kritisch kann man dabei feststellen, dass die Anzahl an privaten Hochschulen, die kostenpflichtig derartige Modelle anbieten, stark wächst.

Studium als Antwort auf den Fachkräftemangel

Auch die Ministerin Barbara Steffens hat erkannt, dass es mittlerweile auch in den Therapieberufen einen Mangel an Fachkräften gibt.

„Die hochschulische Ausbildung trägt dazu bei, dass Pflege- und Gesundheitsfachberufe attraktiver werden und jungen Menschen vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten bieten.“

so die Ministerin weiter in ihren Ausführungen.

Studium als Möglichkeit der Attraktivitätssteigerung reicht nicht aus

Wir sind allerdings der Meinung, dass die Möglichkeit eines Studiums, nur eine notwendige Komponente ist, um die Therapieberufe deutlich attraktiver für junge Leute zu machen.

Unserer Einschätzung entpricht das Studium dem Wunsch vieler nach persönlicher Weiterentwicklung und der Hoffnung besserer beruflicher Möglichkeiten.
Das allein reicht allerdings sicherlich nicht aus, um die notwendige Zahl an Menschen für den Beruf zu begeistern.

Attraktivitätssteigerung auch durch bessere Vergütung

Derzeit gibt es nur für sehr wenige Bachelor- oder Masterabsolventen die Möglichkeit durch eine qualifikationsadäquate Anstellung an einer Hochschule oder einer anderen Einrichtung
eine dem Abschluss entsprechende bessere Vergütung einer therapeutischen Tätigkeit zu erhalten.

Im Tätigkeitsbereich der freien Praxis besteht außer einer eventuellen positiven Reputation definitiv keine Möglichkeit einer höheren Vergütung.

Hier besteht ein erheblicher finanzieller Nachholbedarf der Kassensätze für erbrachte therapeutische Leistungen. Die Nachwuchs- und Personalprobleme sind in diesem Bereich sehr stark gewachsen und der Tätigkeitsbereich in der freien Praxis ist für einen Akademiker aufgrund der schlechten Vergütung eine der am wenigsten lockenden Tätigskeitsfelder.

Bessere Vergütung vs. Fachkräftemangel

Somit wird eine deutlich bessere Vergütung der Tätigkeit als Therapeut, egal ob mit oder ohne BA, ein entscheidendes Merkmal darstellen, ob die Therapieberufe zukünftig genügend Nachwuchs finden.

Ansonsten dürfte das Wort Fachkräftemangel den Patienten mit Rückenproblemen, Sprachproblemen, motorischen Einschränkungen als Standardentschuldigung für ausbleibende Behandlungstermine häufiger in den Ohren klingen.

Die verbleibenden 10-20% auf dem Berufsmarkt (mit BA) werden dann allein mit der Diagnostik und dem Erfassen der Gesundheitsprobleme mehr als ausgelastet sein.

 




 


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