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06.08.2015

fehlen bald Physios, Ergos und Logos?

Schülerzahlen im Bereich Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie rückläufig


Freie Praxen, Kliniken und Rehaeinrichtungen, die neue Mitarbeiter im Bereich der Logopädie, Ergotherapie, und Physiotherapie suchen, haben es seit geraumer Zeit zunehmend schwer, offene Stellen zu besetzten. Viele Praxisinhaber suchen in letzter Zeit teilweise verzweifelt geeignetes therapeutisches Personal. Eine Erklärung dafür gab es bisher nicht.

Vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt

„Vor einigen Jahren war dies z.B. gerade im Bereich der Ergotherapie völlig anders. Bei manchen Stellenausschreibungen kamen bis zu 50 Bewerber, heute sind es vielleicht ein bis zwei“ so beschreibt ein Therapiezentrum in NRW die Situation.

BIBB belegt Ausbildungsrückgang - Schülerzahlen sinken teilweise deutlich

Nun ist dieser Rückgang an potentiellen Bewerbern und Berufseinsteigern auch statistisch belegt. Das Bundesinstitut für berufliche Bildung (BIBB) hat im Juli 2014 seinen neuen Bericht „Gesundheitsfachberufe im Überblick“ vorgelegt.
In dem Bericht wird deutlich, dass die Schülerzahlen in der Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie teilweise sogar deutlich zurückgegangen sind.

Die Entwicklung der Schülerzahlen in der Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie im ersten Jahrgang

Ausbildungsbereich2007/20082011/2012
Ergotherapie1334210183
Logopädie38803782
Physiotherapie2508722557

*Quelle: Daten Statistisches Bundesamt/ Bericht BIBB 2014

Rückgang bei Physios und Ergos sehr deutlich

Wie die Tabelle zeigt, sind die Rückgänge insbesondere bei Physiotherapeuten und Ergotherapeuten recht hoch - mit fast 30 % bei den Ergotherapeuten am stärksten. Bei den Logopäden scheint die Zahl nicht besonders relevant. Allerdings gab es schon immer einen Mangel an Bewerbern im Bereich der Logopädie.

Droht ein Therapienotstand ?

Sollte sich diese Tendenz fortsetzen (wovon wir aufgrund von Rückmeldungen und Beobachtungen des Arbeitsmarktes ausgehen), könnte es nach dem Pflegenotstand auch zu einem Therapienotstand kommen. In manchen ländlichen Räumen scheint dies bereits jetzt der Fall zu sein. 

Qualität der Versorgung verschlechtert sich .... weiter

Für Patienten, die z.B. nach einem Schlaganfall auf dringende Hilfe angewiesen sind, ist dies eine tragische Entwicklung. Manche Rehaeinrichtungen dürften aufgrund des Personalmangels noch stärker dazu übergehen, die Therapiefrequenz von (bereits jetzt nicht ausreichenden!) 2-3 auf vielleicht nur noch 1-2 Behandlungen pro Woche zu reduzieren.
Nach allen wissenschaftlichen Untersuchungen würde dies allerdings bei vielen Störungsbildern eine weitere Verschlechterung in der Patientenversorgung bedeuten. Hierzu vorliegende Studien belegen in einigen Fällen sogar eine notwendige Therapiefrequenz von bis zu 1-2 Therapieeinheiten pro Tag (!).

Fünf Stunden wöchentlich notwendig

Die Realität der Behandlungsfrequenz sieht bereits jetzt aufgrund von Kostenbegrenzungen und Verordnungsängsten deutlich schlechter aus. DIE WELT schreibt hierzu in einem Artikel vom 19.08.2014 über die mangelnde therapeutische Versorgung: "Drastisch gesprochen, man könnte es auch lassen." und bezieht sich auf die
Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie
, die mindestens fünf Stunden wöchentlich empfiehlt.
Dieser Mangel könnte sich nun noch aufgrund sinkender Therapeutenzahlen deutlich verschärfen.
Berufsverbände und Politik sollten deutlich alamiert sein und sind gefordert!!


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