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17.11.2015

Neuer Logopädenverband absolviert Besuchsmarathon in Berlin

Was ändert sich an der Berufssituation der Therapeuten?


LOGO D. und Dr. Edgar Franke (SPD) Vorsitzender des Gesundheitsausschusses

LOGO Deutschland im Gespräch mit der Linken in Berlin

von re. Petra-Krätzsch-Siewert LD, Bettina Müller SPD M.d Gesundheitsausschusses, Diethild Remmert LD

von re. Erich Irlstorfer (CDU) , Diethild Remmert (LD)

von re. Gero Storjohann (CDU) Stellvertretender Vorsitzender im Petitionsausschuss, Diethild Remmert (LD)

Rudolf Henke (CDU) Mitglied im Bundesfachausschuss "Gesundheit und Pflege

LD bei Roy Kühne (CDU) Ausschuss für Gesundheit

LD bei Bundesverband der freien Berufe e.V.

LD beim Spitzenverband der GKV

LD bei Elisabeth Scharfenberg (Die Grünen) Mitglied im Ausschuss für Gesundheit

In der letzten Woche absolvierten im Zeitraum vom 10.11.-13.11. 2015 zwei der sieben Vorstandsvorsitzenden des noch jungen Berufsverbandes LOGO Deutschland e.V. einen wahren Besuchsmarathon bei verschiedenen Politikern und Entscheidungsträgern in Verbänden und Vereinen.

Die beiden Vertreterinnen des Berufsverbandes, Diethild Remmert und Petra Krätsch-Sievert , sprachen in einer Vielzahl von Terminen insbesondere über die Probleme der Selbständigen in der Logopädie und die prekäre Situation der gesamten Berufsgruppe.

Wir wollten mehr erfahren und haben mit der Verantwortlichen für den Bereich Politik und Lobbyarbeit, Diethild Remmert, ein Interview geführt.

to:  Frau Remmert, in einem viertägigen Besuchsmarathon haben Sie mit insgesamt acht Mitgliedern des Bundestags und zusätzlich mit wichtigen Verbands- und Entscheidungsträgern gesprochen.

Was sind/waren Ihre Anliegen?

Frau Remmert: Unser Hauptanliegen ist im Wesentlichen die Verbesserung unserer Vergütungssituation.
Ein erster wichtiger Schritt dahin ist die Abschaffung der Grundlohnsummenanbindung.

Wir informierten deshalb über die aktuelle Vergütungssituation, die bei der großen Bandbreite unserer Tätigkeit, unseren im Laufe des Berufslebens erworbenen zusätzlichen Qualifikationen durch die Fortbildungsverpflichtung und den vielen vertraglichen Verpflichtungen über die Therapiezeit am Patienten hinaus, schon lange nicht mehr angemessen ist.

Es ging aber auch um die grundständige Akademisierung und um die Verankerung unserer Tätigkeit im entsprechenden Sozialgesetzbuch (SGB V) sowie natürlich um den Direktzugang.

to: Was sind die wichtigsten Eindrücke, die Sie aus den Gesprächen mitgenommen haben?

Frau Remmert: Wir sind sehr offen und wertschätzend empfangen worden. Zum Teil haben sich unsere Gesprächspartner deutlich mehr als die vorgesehenen 60 Minuten Zeit für unsere Anliegen genommen.

Durch die Arbeit von Roy Kühne, MdB der CDU, der selbst Physiotherapeut ist, sind die gemeinsamen Anliegen der Heilmittelerbringer im Gesundheitsbereich bereits deutlich bekannter geworden. 

to: Besteht Ihrer Einschätzung nach aktuell eine reelle Chance für eine deutliche Steigerung der Heilmittelpreise für die freien Praxen?

Frau Remmert: Eine Abkopplung von der Grundlohnsummenanbindung ist kein Automatismus für eine notwendige deutliche Steigerung.
Auch dann muss weiterhin hart verhandelt werden -die Krankenkassen werden nichts verschenken.

Inwieweit eine reelle Chance für eine spürbare Steigerung besteht, vermag ich nicht zu sagen. Die Abkopplung von der Grundlohnsummenanbindung wäre zumindest ein deutliches politisches Signal.

to: Gibt es aus Ihrer Sicht derzeit eine Gruppe / Partei / Person, die sich besonders für die Anliegen der Logopädie / der Therapeuten interessiert /einsetzt/hervortut?

Frau Remmert: Derzeit ist es eindeutig Roy Kühne (CDU), der in der Wahrnehmung der Abgeordneten, mit denen wir in der vergangenen Woche gesprochen haben, die Physiotherapeuten vertritt.

Dies hat bisher aber ausgereicht, die Notwendigkeit einer Steigerung der Vergütung für alle Heilmittelerbringer zu sehen.

to: Im Moment ist eine große Aufmerksamkeit für die Problematik der Heilmittelerbringer zu beobachten. So stellte die CSU im bayrischen Landtag einen Dringlichkeitsantrag an die Bundespolitik bezüglich der Verbesserung der Einkommenssituation der Therapeuten.

In einem Bürgerdialog hat die Kanzlerin einer Therapeutin zugesagt, die Problematik der Heilmittelerbringer mit Gesundheitsminister Gröhe zu besprechen.

Wie ist Ihre Einschätzung – gibt es bei den Politikern derzeit so etwas wie einen Meinungswandel bezüglich der Wichtigkeit der Leistungen der Therapeuten?

Frau Remmert: Ob es bereits einen Meinungswandel gibt, weiß ich nicht. Sehr wohl ist es aber gelungen, die Aufmerksamkeit in unsere Richtung zu lenken.

Diese sollten wir nutzen!

Viele KollegInnen trauen sich leider nicht, mit Abgeordneten ihres Wahlkreises in Kontakt zu treten. Das wäre aber ein wichtiger Weg, denn Abgeordnete sind gewählt und wollen wieder gewählt werden.

Zudem können sie nur dann etwas tun, wenn sie Kenntnis von den Sorgen ihrer Wähler haben. Das hat mir bisher jeder Politiker gesagt, mit dem ich Kontakt hatte. Lobbyarbeit ist Sache des Berufsverbandes, persönliche Kontakte die Aufgabe von uns TherapeutInnen.

to: Ca. 80 % der derzeitigen Logopädinnen und Logopäden müssen ihre Ausbildung/ihr Studium selbst bezahlen. Ist dieses Thema durch Sie bei den Terminen diskutiert worden?

Frau Remmert: Ja, dies wurde z.T. sogar von den Politikern selbst angesprochen. Parteiübergreifend herrscht Unverständnis über diese Situation.

Das ist ein guter Ausgangspunkt für das Drängen auf Veränderung. Hier sollten die Berufsverbände gemeinsam aktiv werden.

to: Praxen berichten, dass es für sie immer schwerer wird, Mitarbeiter zu finden. Wir haben den Eindruck, dass wir auf einen Fachkräftemangel nicht nur zusteuern, sondern dass er in den Praxen bereits angekommen ist.
Ist dies ein Thema für Sie als Verband?

Inwieweit hatten Sie die Möglichkeit, dies bei den Politikern vorzutragen?

Frau Remmert: Ein Fachkräftemangel lässt sich bisher nicht eindeutig belegen.
Es ist aber nachvollziehbar, dass bei den derzeitigen Ausbildungs- und Studienkosten, gerade auch vor dem Hintergrund der anschließenden Vergütungssituation, die Heilberufe keine attraktive Berufsaussicht darstellen.

Natürlich ist das ein Thema für unseren Verband und wir haben diese Befürchtung deutlich gemacht. Allerdings fehlen derzeit gesicherte Daten.

to: Wie ist Ihre abschließende Einschätzung – wird die Logopädie ihren Stellenwert im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung behalten oder wird sie zu einer Luxusware, die sich nur noch Wenige auf Selbstzahlerbasis leisten können?

Frau Remmert: Hinweise für eine Herausnahme aus dem Heilmittelkatalog gab es nicht- im Gegenteil!

to: Wir danken Ihnen für dieses Gespräch!


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