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11.02.2016

Zukunft der Heilmittelerbringer?!

Für eine bessere Bezahlung von Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten und Podologen


Silvia Pantel (CDU) Dr. Roy Kühne (CDU) Mdb

Unter diesem Leitthema fand am 10.02.2016 in Düsseldorf eine Veranstaltung auf Einladung der beiden Bundespolitiker Dr. Roy Kühne MdB (CDU) und Sylvia Pantel MdB (Frauen-Union der CDU) zur aktuellen Situation der Gesundheitsfachberufe statt.

Auftakt der Veranstaltung: Bericht und Vortrag Dr. Roy Kühne

Dr. Roy Kühne erläuterte in einem Impulsvortrag seine Standpunkte als Bundespolitiker und Mitglied des Ausschusses für Gesundheit des Deutschen Bundestages. Herr Dr. Kühne ist selbst Physiotherapeut und setzt sich als einziger Therapeutenvertreter sehr aktiv in der Bundespolitik für die Belange der Therapeuten ein.

Seine derzeitigen Themen dort sind:

1. Vergütung der Heilmittelerbringer von der Grundlohnsumme entkoppeln
2. Direktzugang für qualifizierte Therapeuten zulassen
3. Ausbildungsstandards und Qualifikation anheben
4. Arbeitsbedingungen den Versorgungsgegebenheiten anpassen
5. Zugang zur Telematik-Infrastruktur ermöglichen

Lebhafte Diskussion im Anschluss


In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass dies durchaus wichtige Interessen der Berufsgruppen der Therapeuten widerspiegelt.

Jedoch wurde aus Sicht des Plenums noch zu wenig über das Thema der Vergütung gesprochen.
Selbständige konfrontierten die Politiker mit der realen Sorge, ihre Angestellten bald nicht mehr bezahlen zu können.

"Der Direktzugang sei ja gut, bringe aber doch auch nicht automatisch mehr Geld. Es drehe sich das Rad vielleicht etwas schneller, aber es bleibe nicht automatisch mehr darin hängen.", so der berechtigte Einwand eines Praxisinhabers.

Ausbildungskosten ebenfalls ein Thema

Im weiteren Verlauf wurde von mehreren Teilnehmern der Umstand angesprochen, dass viele Therapeuten ihre Ausbildung privat finanzieren müssen und dies zu einem weiteren Rückgang der Absolventen und zu einer weiteren Verschärfung des Fachkräftemangels führe.

"Es werden z. B. allein im Rhein-Kreis Neuss aktuell über 270 Physiotherapeuten gesucht!" so der Schulträger der Physiotherapieschule Reiner Welsing in Neuss.

Somit könnte die Tatsache, dass die enormen Ausbildungskosten und die miserable Vergütungssituation in keinem Verhältnis stünden, eine Ursache des längst herrschenden Fachkräfte- und zum Teil bereits bestehenden Versorgungsmangel für Patienten sein.

Unter den aktuellen Bedingungen der Heilmittelrichtlinien kann weder adäquat Therapie gemacht, noch Geld verdient werden, so die Meinung vieler Diskutanten.

Dr. Roy Kühne und Sylvia Pantel sagten in diesem Zusammenhand zu, das Thema Schulgeldfreiheit ebenfalls mit auf die Politische Agenda zu nehmen.

Warum ist bisher noch nichts bezüglich der Verbesserung der Vergütung passiert?


Diese Frage stellen sich deshalb täglich viele aus den therapeutischen Berufsgruppen.
Die eindeutige Antwort der beiden Politiker hierzu war deutlich:

"Jeder Einzelne und die Berufsverbände müssen aktiver werden!"

Die Gesundheitsfachberufe werden im politischen Alltag der Bundespolitik viel zu wenig wahrgenommen.

Sie riefen deshalb alle Heilmittelerbringer dazu auf, sich mehr persönlich in ihren Berufsverbänden zu engagieren.

Frau Pantel ermutigte das Plenum mit Nachdruck darin, die Politik auf die berufliche Situation der Heilmittelerbringer aufmerksam zu machen.

"Den Politikern müsse verdeutlicht werden, was Heilmittelerbringer leisten, wozu dies wichtig sei und was die konkreten Forderungen seien".

Dies könne primär über die Berufsverbände und sollte über jeden einzelnen Vertreter der Berufsgruppen, zum Beispiel durch Anschreiben, oder eines persönlichen Besuches bei einem Komunalpolitiker erfolgen.

Mitgliedschaft alleine in einem Verband reicht nicht


"Die bloße Mitgliedschaft sei hier jedoch lange nicht ausreichend, um die Situation nachhaltig und spürbar zu verändern" , so die Feststellung der Politikerin.

Alle Therapeuten sind gefragt. Auch reiche es bei weitem nicht, wenn jetzt z. B. ein einzelner Berufspolitiker wie Dr. Roy Kühne das Thema und die Berufssituation versucht im Deutschen Bundestag populär zu machen, so die Meinung der CDU Frau.

Insofern war die Veranstaltung insgesamt ein klarer Appell an jeden einzelnen Therapeuten persönlich aktiv zu werden.

Anmerkung der Redaktion: Die letzten beiden Versuche einer Abkopplung von der Grundlohnsummenbindung sind an der Zustimmung der SPD im Bundestag gescheitert.



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